Chrysokoll
Cu₂H₂Si₂O₅(OH)₄
Fakten
Über Chrysokoll
Chrysokoll ist ein wunderschönes cyanfarbenes Kupfersilikat-Mineral. Sein Name leitet sich vom griechischen 'chrysos' (Gold) und 'kolla' (Leim) ab, da er in der Antike als Flussmittel beim Löten von Gold verwendet wurde. Aufgrund seiner ähnlichen Farbe wird er oft mit Türkis verwechselt, ist aber in der Regel weicher und hat eine lebendigere, durchscheinende Qualität. Er tritt häufig als botryoidale (traubenartige) Massen oder Krusten auf.
Formation und Geologie
Wie viele andere kupferhaltige Mineralien ist Chrysokoll ein Sekundärmineral, das sich in den Oxidationszonen von Kupfererzkörpern bildet. Er wird oft in Verbindung mit anderen Kupfermineralien wie Azurit, Malachit und Cuprit gefunden. Interessanterweise infiltriert Chrysokoll oft Quarz, wodurch eine sehr harte und langlebige Varietät entsteht, die als 'Stellarit' oder 'Chrysokoll in Quarz' bekannt ist.
Physikalische Eigenschaften
Die Härte von Chrysokoll variiert stark (von 2,5 bis zu 7), abhängig von seinem Kieselsäuregehalt; wenn er mit Quarz vermischt ist, wird er recht hart und ist für Schmuck geeignet. Er hat Glas- bis Erdglanz und einen weißen bis blaugrünen Strich. Er ist bekannt für seine unglaublich lebhaften cyanblauen und grünen Farben, die oft in wirbelnden, organischen Mustern erscheinen.
Historische Bedeutung
Chrysokoll wurde im Laufe der Geschichte von verschiedenen Kulturen verwendet. Im alten Israel wurde er im Timna-Tal abgebaut und mit den Minen von König Salomo in Verbindung gebracht. Indianische Kulturen verwendeten ihn als Stein der Heilung und Kommunikation. Er wird heute oft von Edelsteinschleifern und Juwelieren wegen seiner auffälligen Farben und der einzigartigen Muster geschätzt, die in massiven Proben zu finden sind.
Farben & Varietäten
Cyan, türkisblau, grün
Haupteigenschaften
- Lebhafte cyanblaue Farbe
- Sekundäres Kupfersilikat
- Variable Härte
- Botryoidaler Wachstums habitus
- Oft mit Quarz vermischt
- Keine Spaltbarkeit
Verwendung & Anwendungen
- Edelsteine und Schmuck
- Zierschnitzereien
- Sammlerstücke
- Heilsteine
- Historisches Goldlötflussmittel
Fundorte
- USA (Arizona, Nevada)
- Chile
- Peru
- Demokratische Republik Kongo
- Israel (Timna)
- Russland