Mineralien zu identifizieren ist wie Detektivarbeit. Jedes Mineral hat einen einzigartigen Satz von 'Fingerabdrücken' – physikalische und chemische Eigenschaften, die es von allen anderen unterscheiden. Während Taschenführer hilfreich sind, macht die Kenntnis des systematischen Identifizierungsprozesses Ihr Hobby viel lohnender.

Schritt 1: Glanz

Das Erste, worauf man achten sollte, ist, wie das Mineral das Licht reflektiert. Dies wird als Glanz bezeichnet. Die groben Kategorien sind:

  • Metallisch: Sieht aus wie ein Stück Metall (z. B. Pyrit oder Bleiglanz).
  • Nicht-metallisch: Dazu gehören Unterkategorien wie glasartig, perlmuttartig, seidig oder erdig/matt.

Schritt 2: Härte

Einer der zuverlässigsten Tests ist der Ritztest unter Verwendung der [Mohs-Skala](/de/blog/understanding-mohs-scale). Indem Sie testen, ob ein Mineral mit einem Fingernagel, einer Kupfermünze oder einem Stahlmesser geritzt werden kann, können Sie die Möglichkeiten schnell eingrenzen. Wenn es zum Beispiel Glas ritzt, wissen Sie, dass seine Härte mindestens 6-7 beträgt.

Schritt 3: Farbe vs. Strichfarbe

Während die Farbe das offensichtlichste Merkmal ist, kann sie irreführend sein. Viele Mineralien kommen aufgrund von Verunreinigungen in verschiedenen Farben vor. Aus diesem Grund verwenden Geologen den Strichtest. Indem Sie das Mineral über eine unglasierte Porzellanplatte (eine Strichplatte) reiben, können Sie die Farbe des Pulvers sehen. Interessanterweise hinterlässt ein silberfarbener Hämatit immer einen rotbraunen Strich!

Schritt 4: Spaltbarkeit und Bruch

Schauen Sie sich an, wie das Mineral bricht.

  • Spaltbarkeit: Wenn es entlang glatter, ebener Flächen bricht (wie die dünnen Schichten von Glimmer oder die Würfel von Calcit), hat es eine Spaltbarkeit.
  • Bruch: Wenn es mit unregelmäßigen, gezackten oder muschelartigen (konchoidalen) Oberflächen bricht, hat es einen Bruch. Quarz ist berühmt für seinen muscheligen Bruch.

Schritt 5: Dichte (Spezifisches Gewicht)

Fühlt sich das Mineral für seine Größe schwer an? Einige Mineralien wie Bleiglanz oder Baryt sind viel dichter als andere. Während Profis Waagen verwenden, können Anfänger oft den Gewichtsunterschied (Heft) zwischen einem Stück Quarz und einem Stück bleireichem Bleiglanz der gleichen Größe 'fühlen'.

Schritt 6: Besondere Eigenschaften

Einige Mineralien haben einzigartige 'Tricks' auf Lager:

  • Magnetismus: Magnetit zieht einen Magneten an.
  • Säuretest: Calcit schäumt auf, wenn ein Tropfen schwache Säure (wie Essig) aufgetragen wird.
  • Fluoreszenz: Einige Mineralien leuchten unter UV-Licht.

Fazit

Die Bestimmung erfordert Übung. Beginnen Sie damit, Mineralien zu testen, die Sie bereits kennen, um zu sehen, wie sie auf diese Tests reagieren. Bald werden Sie in der Lage sein, in jeden Steinladen zu gehen oder auf einen Wanderweg hinauszutreten und die Schätze unter Ihren Füßen mit Zuversicht zu identifizieren!